Zusammensetzung von Brandrauch Bei Bränden sind es in erster Linie die Nebenprodukte, die lebensgefährlich auf Menschen wirken. Heiße Brandgase, Rauch und Qualm sind fast immer die Todesursache, bevor Flammen überhaupt wirksam werden können. Durch die großen Qualmmengen, die vor allem bei Schaumkunststoffen (z. B. in Polstermöbeln) entstehen können wird auch das Panikverhalten von betroffenen Menschen sehr stark geprägt. Man bedenke, dass bereits 100 Gramm Polyuretanschaum (PU) über 200 m³ Rauch produzieren kann, wodurch eine 80 m² große Wohnung total verqualmt wird. Eine 10 kg schwere Schaumgummimatratze aus einem Kinderbett verwandelt sich in 25.000 m³ Rauch. Dies entspricht dem Volumen von 30 Einfamilienhäusern. Unter Einwirkung von Hitze verwandeln sich also selbst harmlos wirkenden Gegenstände in gefährliche Rauchbomben. Rauchentwicklung unterschiedlicher Materialien Woraus sich der Brandrauch zusammensetzt, hängt ganz davon ab, was brennt. Bei der Ver-brennung anorganischer Stoffe entstehen vergleichsweise harmlose Gase. Bei einem Wohnungsbrand verbrennen hingegen hauptsächlich organische, also kohlenstoffhaltige, Stoffe, aus denen viele gefährliche Gase und Rauchbestandteile entstehen. Bei einem Zimmerbrand werden Einrichtungsgegenstände aus Holz, andere organische Materialien (Baumwolle, Pflanzen, Leder usw.) aber auch die verschiedensten Kunststoffe thermisch zersetzt. In den entstehenden Brandgasen kennt man bereits mehr als 5.000 verschiedene, für den Menschen schädliche Stoffe. Am häufigsten kommen vor: - Kohlendioxid (CO2) - Kohlenmonoxid (CO) - Ruß - Chlorwasserstoff (HCl) - Blausäure (HCN) - Stickoxide (NO/NO2) - Schwefeloxide (SOx) - Dioxine (PCDD/PCDF)  - Giftcocktail im Rauchgas  Als Schwelbrand wird eine unvollständige Verbrennung in Folge von Sauerstoffmangel und dadurch niedriger Verbrennungstemperatur bezeichnet, der in geschlossenen Räumen wegen des begrenzt vorhandenen Sauerstoffs häufig vorkommt. Als Folge entstehen brennbare Gase und Dämpfe sowie unverbrannte oder teilverbrannte Folgeprodukte, von denen viele stark giftig oder krebserregend sind. Als bekanntes und berüchtigtes Brandfolgeprodukt des Kohlenstoffes gilt das giftige und brennbare Kohlenstoffmonoxid (CO). Bei vollständiger Verbrennung unter ausreichender Sauerstoffzufuhr würde Kohlendioxid (CO2) entstehen, welches zwar erstickend wirkt, jedoch lange nicht so toxisch wie CO und außerdem unbrennbar ist. Quelle: BLAULICHT, Ausgabe 02/2010, OSR Dr. Otto Widetschek